Das Gebet - die beste Waffe
Das Gebet ist heutzutage
für so manchen eine Plage.
Weil er nicht mehr beten kann
ist er seelisch krank daran.
Man leugnet zwar die Gottheit nicht,
stellt sie sich vor aus jener Sicht
die meist besagt: "Mit mir ist er
bestimmt zufrieden, - wozu noch mehr?"
Man lebt so in den Tag hinein,
wirft auf den Mitmensch' keinen Stein,
weil aus "humanitärem" Ziel
man möglichst friedlich leben will.
Man lebt nun einmal in der Welt,
von der man, ach, so vieles hält.
Man darf und will sich nicht verdrießen:
Du musst die Welt doch mal genießen!
Es geht uns gut - was wollen wir?
Noch mehr Gebet als Elixier?
Dazu hat man doch keine Zeit,
vergisst das Fernziel: Ewigkeit.
Der Teufel ist so schlau, dass heute
so viele werden seine Beute,
weil ihre träge Lethargie
ihm Seelen zuführt wie noch nie.
Der Himmel sah dies schon voraus,
wie trostlos es in manchem Haus
geworden, weil hier das Gebet
gar nicht mehr auf dem Programm steht.
Und weinend, klagend, bittend kam
MARIA zu uns Sündern an:
"O betet, betet, Menschenkinder,
helft Seelen retten, viele Sünder!"
Denn nur noch das Gebet vermag
zu retten, was in Sünde lag.
Die Menschen sind in Angst und Not,
sie bitten nicht mehr um ihr Brot.
Bald auf der ganzen Welt erschien
Maria, unsere Königin;
Sie ruft uns auf, bald hier, bald dort:
"O betet!" - mahnt uns immerfort.
Sie drängt uns alle auf zu beten,
auf dass wir mit ihr Seelen retten.
Tun wir es hier im Tränental,
sind wir schon heut' ihr Freudenstrahl.
Enttäuschen wir Maria nicht!
Wer wäre denn sonst unser Licht,
das leuchten will im Kampf des Guten,
die Gutgewillten macht' behüten?
Der Teufel greift die Menschen an,
die betend ihre Lebensbahn
durchschreiten, einsam, - weg der Masse,
der Rosenkranz ist ihre Waffe.
Das Beste, das uns kann verbinden:
Sich im Gebet zusammenfinden!
Zwei Lebensstützen brechen nie:
Gebet und Arbeit heißen sie.
Othmar Sprecher