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Jahreskreis

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Hier kommt Jahreskreis 1

Der Kirchlicher Jahreskreis

Der Kirchliche Jahreskreis beginnt jeweils am 1. Adventsonntag. Das Kirchenjahr ist daher nicht identisch mit dem Kalenderjahr. Es gliedert sich in den Weihnachts- und Osterfestkreis und dazwischen in die "Zeiten im Jahreskreis". In den einzelnen Festen wird das Erlösungswerk Gottes durch Jesus Christus aus verschiedenen Perspektiven heraus betrachtet und in unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen gefeiert.

Advent

Advent heißt Ankunft. Gemeint ist die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus, die man in dreifacher Hinsicht verstehen kann:
  • als die Ankunft des Gottessohnes in Betlehem,
  • als die Ankunft Jesu in meinem Herzen und
  • als die erhoffte Wiederkunft Christi zur Vollendung der Erlösung der ganzen Schöpfung.
Mit dem ersten Adventsonntag beginnt ein neues Kirchenjahr. Die Zeit bis zum 25. Dezember dient zur Vorbereitung auf das Fest der Geburt Christi. Das Brauchtum möchte uns bei der Vorbereitung und beim Warten unterstützen:
  • Adventkalender - Das schrittweise Öffnen der Fenster erleichtert den Kindern das Warten auf das Weihnachtsfest.
  • Rorate - Die Heilige Messe am Anbruch des Tages macht uns bewusst, dass wir eingeladen sind, Schlaf und Trägheit abzulegen und mit Taten der Liebe Christus in unserem Herzen einen Platz zu bereiten.
  • Adventkranz - Mit jeder weiteren Kerze, die am Kranz entzündet wird, soll auch die Dunkelheit in unseren Herzen vertrieben werden.
  • Gaudete - Der dritte Adventsonntag ist der Sonntag der Vorfreude. In der Liturgie macht das Violett der Farbe Rosa Platz. Paulus ruft uns in einer der Schriftlesungen zu: Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!

Weihnachten

Am 25. Dezember feiert die Kirche die Geburt Jesu, des Sohnes Gottes. Dass Gott sich klein macht, und ein Menschenleben wie wir beginnt, gehört zum großen Geheimnis der Liebe. Der Weihnachtsfestkreismit der liturgischen Farbe Weiß umschließt eine Reihe von Festen:
  • Am 26. Dezember feiern wir das Fest des ersten Märtyrers und Patrons der Erzdiözese Wien, das Fest des Heiligen Stephanus.
  • Der Jahresschluss wird in unserer Pfarre mit einer Dankmesse am 31. Dezember gefeiert.
  • Der 1. Jänner ist der achte Tag nach Weihnachten, an dem die Kirche das Hochfest der Gottesmutter Maria feiert.
  • Am 1. Sonntag nach Weihnachten wird das Fest der Heiligen Familie gefeiert.
  • Es folgt mit dem 6. Jänner das Fest der Erscheinung des Herrn (Dreikönig), das in der Orthodoxen Kirche das eigentliche Weihnachtsfest ist. Durch das Aufsuchen des Kindes von Sterndeutern aus dem Osten hebt der Evangelist Matthäus die besondere Bedeutung des Kindes für die ganze Welt hervor.
  • Der 2. Sonntag nach Weihnachten beschließt mit dem Fest der Taufe Jesu den Weihnachtsfestkreis. Es hat ähnlich wie das Geburtsfest oder das Fest der Erscheinung des Herrn einen offenbarenden Charakter: Jesu wird als der geliebte Sohn Gottes geoffenbart.
  • Das Fest Darstellung des Herrn (früherer Name: Maria Lichtmess) gehört nicht mehr zum weihnachtlichen Festkreis, ist ihm aber sinngemäß zugeordnet: Maria und Josef bringen ihren Erstgeborenen in den Tempel und stellen ihn somit der Gemeinde vor.

Heilige Familie

Das Fest der heiligen Familie liegt auf dem Sonntag zwischen 26. und 31.12. (Weihnachtsoktav), sonst der 30.12.

Unter der Heiligen Familie versteht man Josef, Maria und das Jesuskind. Angaben hierzu enthält das Neue Testament nur wenige: Mt 2, 13 - 23 und Lk 2, 41 - 52. Um so ausgiebiger speist sich dieses Motiv der Literatur und Kunst aus den apokryphen Texten. Mt 2, 13 - 23 berichtet kurz von der Flucht der Heiligen Familie aus Betlehem nach Ägypten. Auf Weisung eines Engels fliehen Maria, Jesus und Joseph. Sie kehren auf eine weitere Weisung des Engels im Frähjahr 4 vor Christus zuräck, allerdings aus Furcht vor Archelaos (4 v. Chr. - 6 n. Chr.), dem Nachfolger des Herodes, nicht nach Betlehem, sondern nach Nazareth in Galiläa, das im Einflußgebiet des Herodes Antipas (4 v. Chr. - 39 n. Chr.) lag (Mt 2, 19 - 23). Lk 2, 39 enthält einen kurzen Hinweis auf die Räckkehr.

Eine genauere Beschreibung der näheren Umstände der Flucht liefern die neutestamentlichen Apokryphen (z.B. Pseudo-Matthäus-Evangelium). Ausgelöst wird die Flucht durch den drohenden Betlehemitischen Kindermord (Mt 2, 16 - 18) durch König Herodes (37 - 4 v. Chr.), dessen die Kirche am Fest der Unschuldigen Kinder gedenkt. In der Forschung sind sowohl der Betlehemitische Kindermord als auch die Flucht nach Ägypten umstritten: Den einen gilt sie als Legende, weil es keine historischen Belege gibt; andere gestehen der Erzählung Symbolwert zu, weil sie im Hinweis des Mt 2, 15 auf Os 11, 1 einen vom Evangelisten gewollten Vergleich zwischen dem Aufenthalt des israelischen Volkes in Ägypten und Jesu Aufenthalt sehen. Demgegenäber verweisen andere Forscher darauf, dass die Erzählung von der Flucht nach Ägypten keine legendarischen Zäge aufweist und durchaus in die seinerzeitige politische Lage passt. Die Flucht nach Ägypten scheint wohl auch den zeitgenössischen Rabbinen bekannt gewesen zu sein, wie Quellen vermuten lassen.

Die Flucht selbst, aber auch die einzelnen Episoden, haben literarische und känstlerische Phantasien geweckt: Ab dem 5./6. Jahrhundert bis zum 19. Jahrhundert ist sie Gegenstand zahlreicher Gemälde.

In mittelalterlicher Zeit galt der 14. Januar als Gedenktag der Flucht der heiligen Familie nach Ägypten. Seit der nachkonziliaren Kalenderreform 1969 wird das Fest der Heiligen Familie am Sonntag in der Weihnachtsoktav gefeiert. Falls kein Sonntag in die Oktav fällt, gilt der 30. Dezember.

Neujahr

Neujahr (auch Neujahrstag) ist der erste Tag des Kalenderjahres.

Wegen der teils in einzelnen Kulturen und Religionen unterschiedlichen Zeitrechnungen und damit auch Kalender ist der Jahresbeginn zu unterschiedlichen Zeitpunkten. In nahezu allen Kulturen ist mit ihm ein Neujahrsfest mit dazugehörigen Bräuchen verbunden.

Erscheinung des Herrn

Dieses Fest wird auch Epiphanias bzw. Epiphanie genannt. Es ist das älteste Fest der Kirche, das kalendarisch festgelegt war, es wurde schon um 300 im Osten als Fest der Geburt Jesu, der Taufe Jesu, als Erinnerung an das Weinwunder zu Kana (Johannes 2, 1 - 11) und zuletzt auch als Erinnerung an die Verklärung Jesu (Matthäus 17, 1 - 13) gefeiert, wobei es regional unterschiedliche Schwerpunkte in der Feier gab. Im Laufe der Zeit verlagerte sich im Westen der Schwerpunkt auf die Geschichte von den drei Weisen aus dem Morgenland, wodurch ein engerer Bezug zum Christfest hergestellt wurde. Im Osten hingegen lag der Schwerpunkt seit jeher auf der Taufe Jesu; bis heute feiert die Orthodoxe Kirche die Taufe Jesu, bei der sich die heilige Dreieinigkeit der Welt enthüllte. In der armenischen Kirche ist der 6. Januar bis heute das Geburtsfest Christi.

Lichtmess

Darstellung des Herrn, lateinisch Praesentatio Jesu in Templo, altertämlich Jesu Opferung im Tempel,[1] volkstämlich auch Mariä Lichtmess (fräher auch Mariä Reinigung, Purificatio Mariae) oder (veraltet) Unser Lieben Frauen Lichtweihe[2], ist ein Fest, das am 2. Februar, dem vierzigsten Tag nach Weihnachten, gefeiert wird.

Taufe des Herrn

Am Sonntag nach Erscheinung des Herrn (Epiphanie) am 6. Januar feiert die Kirche äblicherweise das Fest der Taufe des Herrn. (Regionale Abweichungen gibt es dort, wo der 6. Januar kein staatlicher Feiertag ist.) Der Festtag bildet den Abschluss des Weihnachtsfestkreises und eröffnet die "Zeit im Jahreskreis", wozu die anschließende Woche bereits gehört.

Festinhalt ist die Taufe Jesu durch Johannes im Jordan. Demgemäß bildet das entsprechende Evangelium die thematische Mitte der liturgischen Feier: Mt 3,13-17 (Lesejahr A); Mk 1,7-11 (B); Lk 3,15-16.21-22 (C). Das Tagesgebet des Festes spannt den Bogen von der Taufe Jesu zu unserer eigenen Taufe, die uns zu Töchtern und Söhnen Gottes gemacht hat: "Allmächtiger, ewiger Gott, bei der Taufe im Jordan kam der Heilige Geist auf unseren Herrn Jesus Christus herab, und du hast ihn als deinen geliebten Sohn offenbart. Gib, dass auch wir, die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wiedergeboren sind, in deinem Wohlgefallen stehen und als deine Kinder aus der Fälle dieses Geistes leben."

Da bei der Taufe Jesu Gottessohnschaft in besonderem Maße aufgeleuchtet ist, wurde urspränglich an Epiphanie dieses Ereignisses gedacht, wovon an diesem Hochfest immer noch der Brauch der Wassersegnung und die Magnificat-Antiphon der 2. Vesper Zeugnis ablegen: "Drei Wunder heiligen diesen Tag: Heute fährte der Stern die Weisen zum Kind in der Krippe. Heute wurde Wasser zu Wein in der Hochzeit. Heute wurde Christus im Jordan getauft, uns zum Heile." Erst seit 1960 gibt es ein eigenes Fest der Taufe des Herrn.

Aschermittwoch

Der Aschermittwoch (lateinisch Feria quarta cinerum, "vierter Tag (= Mittwoch) der Asche" oder Dies cinerum, "Tag der Asche", auch Asche(r)tag[1]) stellt in der Westkirche seit dem Pontifikat Gregors des Großen den Beginn der 40-tägigen Fastenzeit dar.[2] Der Aschermittwoch ist der Tag nach dem Fastnachtsdienstag.

Die Bezeichnung Aschermittwoch kommt von dem Brauch, in der Heiligen Messe dieses Tages die Asche vom Verbrennen der Palmzweige des Vorjahres zu segnen und die Gläubigen mit einem Kreuz aus dieser Asche zu bezeichnen. Der Empfang des Aschenkreuzes gehört zu den heilswirksamen Zeichen, den Sakramentalien.

Die Fastenzeit soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus fastend und betend in der Wäste verbrachte (Mt 4,2 EU), und auf Ostern vorbereiten. Die Ostkirche kennt keinen Aschermittwoch, weil ihre Fastenzeit bereits am Sonntagabend der siebten Woche vor Ostern beginnt.

Fastensonntag

Die Fastensonntage sind die Sonntage in der großen christlichen Fastenzeit (lateinisch: Quadragesima). Diese wird in der katholischen Kirche auch als "österliche Bußzeit", in der evangelischen Kirche als "Passionszeit" bezeichnet und umfasst 40 Werktage zwischen Aschermittwoch und Ostern (lat. Quadragesima, "Vierzigster"). Sie ist eine Vorbereitungs- und Bußzeit, in der der Leiden Christi gedacht wird, und dient der Vorbereitung auf das Hochfest Ostern. In der Fasten- bzw. Passionszeit liegen sechs Sonntage, die fastenfrei sind: die fünf Fastensonntage und der Palmsonntag.

Weltgebetstag

Der Weltgebetstag ist eine weItweite Basisbewegung von christlichen Frauen. Jedes Jahr, immer am ersten Freitag im März, feiern Frauen, Männer, Kinder weltweit den Weltgebetstag (WGT). Der Gottesdienst wird jedes Jahr von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet. Diese Frauen sind Mitglieder in unterschiedlichen christlichen Kirchen. In unzähligen Gemeinden in ganz Deutschland organisieren und gestalten Frauen den Weltgebetstag. Auch sie arbeiten in ökumenischen Teams zusammen. Weltgebetstag - das ist gelebte Ökumene! Weltgebetstags-Engagierte übernehmen Verantwortung. Weltweit und vor ihrer Haustür. Ganz nach dem Motto des Weltgebetstags: "Informiert Beten - betend Handeln" ("Informed Prayer - Prayerful Action").

Durchs Jahr

Der kirchliche Jahreskreis hat mit dem Weihnachts- und dem Osterfestkreis zwei Höhepunkte. Diesen Höhepunkten geht mit der Advents- und Fastenzeit jeweils eine Zeit der Vorbereitung voraus. Die Zeit dazwischen nennen wir einfach Zeit im Jahreskreis. Diese Zeit beginnt mit dem Fest der Taufe des Herrn und endet mit dem Christkönigssonntag. Dazwischen gibt es 32 Sonntage im Jahreskreis. Die liturgische Farbe für diese Zeit ist Grün.

Fastenzeit

Aschermittwoch und Karfreitag gelten als strenge Fasttage. Der tiefere Sinn der vorösterlichen Bußzeit ist die Vorbereitung auf das Osterfest: Durch das Fasten des Leibes soll auch ein spirituelles Leerwerdenund eine geistige Erneuerung gefördert und unterstützt werden. Mit dem christlichen Fasten ist ein ganzheitlicher Prozess gemeint, der die wichtigsten Lebensbereiche umfasst: Fasten (Zurückhaltung und Verzicht im Bereich des eigenen Konsums), Beten (Erneuerung der Beziehung zu Gott) und Almosen geben (Teilen mit den Mitmenschen, Beziehung zum Nächsten). Die 40tägige Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und endet mit dem Karsamstag. Die Sonntage dazwischen sind von der Fastenzeit ausgenommen.

Karwoche

Mit dem Palmsonntag beginnt die Heilige Woche, die Karwoche.
  • Palmsonntag: wir feiern den Einzug Jesu in Jerusalem; Jesus zieht auf einem Friedenstier, einem Esel, in die Königsstadt Jerusalem ein und gibt damit ein Zeichen, wie sein Königtum zu verstehen ist.
  • Gründonnerstag: wir denken an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Bei diesem Mahl, der jüdischen Pessach-Feier, bei der die Heilstaten Gottes erinnert wurden, gibt Jesus ein doppeltes Zeichen seiner Liebe: er wäscht seinen Jüngern wie ein Diener die Füße und er deutet Brot und Wein als Zeichen seiner Hingabe. Nach dem Mahl erlebt Jesus nach der Überlieferung des Neuen Testaments schwere Stunden der Einsamkeit am Ölberg. Dann wird er gefangen genommen, verhört, verspottet und zum Tod verurteilt.
  • Karfreitag: Die Feier des Leidens und Sterbens Jesu will nicht in erster Linie die Grausamkeit des Leidens betonen, sondern will vor allem die Liebe Jesu in den Blick nehmen - eine Liebe, die bis zum Letzten geht.
  • Karsamstag: Dieser Tag gilt als der Tag der Grabesruhe Jesu. Am Karsamstag wird auf der ganzen Welt keine Eucharistie gefeiert. Im Brauchtum wird dieser Tag oft auch als Fasttag gehalten, an dem man auch das Heilige Grab besucht.
  • Osternacht: Die Feier des Auferstehens. Diese Feier findet am Karsamstag abends oder Ostersonntag früh morgens statt.

Osterfestkreis

Ostern ist das höchste Fest im kirchlichen Jahreskreis: es ist die Feier der Auferstehung Jesu. Die Macht des Todes, der niemand entrinnen kann, ist gebrochen.

Der Sieg der Liebe über den Tod begründet unsere Hoffnung. Ohne die Auferstehung wäre unser Glaube sinnlos.

Die Osternacht beginnt mit einer eindrucksvollen Lichtfeier (Lumen Christi = Christus, das Licht). Dann folgen Wortgottesfeier (ein Durchgang durch die ganze Heilsgeschichte), Tauffeier (auch wir sind in den Tod hinein getaucht um mit Christus ins Leben aufzutauchen) und die Eucharistiefeier (Geheimnis des Glaubens: deinen Tod o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit). .

In der Heiligen Schrift berichten die sogenannten Ostererzählungen von diesem Ereignis in sehr unterschiedlicher Weise. Sie wollen damit keinen historischen Bericht abgeben, sondern sie wollen Zeugnis aus der Begegnung mit dem Auferstanden ablegen. Die ganze erste Woche nach dem Ostersonntag wird wie ein Sonntag gefeiert. Die Osterzeit dauert insgesamt 50 Tage bis zum Pfingstfest.

Christi Himmelfahrt

40 Tage nach Ostern feiern wir dieses Fest der Himmelfahrt Jesu. Eingehen in den Himmel bedeutet universale Präsenz. Jesus ist nicht mehr den menschlich-geschichtlichen Grenzen unterworfen. (Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt)

Pfingsten

Das Pfingstfest ist das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes. Auch dieses Ereignis kann mit Definitionen nicht erklärt werden. Der Geist wird in Bildern beschrieben: Sturm, Brausen und Feuerzungen. Der Geist befreit die mutlosen Jünger zu mutigen Zeugen der Frohen Botschaft.

Dreifaltigkeit

Der Dreifaltigkeitssonntag ist ein kirchlicher Feiertag und wird am Sonntag nach Pfingsten begangen. Andere Bezeichnungen sind "Dies Trinitatis", "Ominica Trinitatis", "Pentecoste clausum" oder auch Salvatorstag.

Der Dreifaltigkeitssonntag ist dem Gedenken an der Wesensvereinigung von Gott, dem Sohn Jesus Christus und dem Heiligen Geist gewidmet. Dabei werden diese nicht als drei unabhängige Gottheiten, sondern als drei aus Gott entsprungene Wesen angesehen. Diese Sichtweise der christlichen Theologie wird als Dreifaltigkeit oder Trinität bezeichnet. Geschichtlicher Hintergrund - Monotheismus und Trinität

Die Wurzeln des Dreifaltigkeitstages lassen sich bis in das 3. Jahrhundert zuräckverfolgen. Die Kirche lag in ständiger Auseinandersetzung mit dem Arianismus, der einen strengen Monotheismus und damit keine Gleichstellung von Gott und Jesus Christus predigte. Die Trinitätssichtweise setzte sich schließlich durch. Damit wurden Gott, der Sohn Jesus Christus und der Heilige Geist zwar als unterschiedliche Wesen angesehen, die sich aber in dem Wesen des einen Gottes zusammenschließen.

Heutzutage wird der Dreifaltigkeitssonntag von allen größeren christlichen Glaubensgemeinschaften beispielsweise der orthodoxen, evangelischen und römisch-katholischen Kirche, nicht jedoch von Religionen wie z.B. dem Judentum anerkannt.

Fronleichnam

Nach Pfingsten und dem Dreifaltigkeitssonntag feiert die Kirche am darauf folgenden Donnerstag das Hochfest des Leibes und Blutes unseres Herrn Jesus Christus (Fronleichnam). Dieses Fest ist ein sehr junges Fest und wurde zur Vertiefung der eucharistischen Frömmigkeit eingeführt. Wenn an diesem Tag die Heilige Messe im Freien gefeiert wird und danach Christus im Heiligen Brot in der Monstranz durch die Straßen getragen wird, kommt das einer Demonstration gleich. Wir möchten zeigen, wer unsere Mitte ist, und woraus wir leben.

Für Manchen mag Fronleichnam ein willkommener Feiertag sein, um die Füße hochzulegen. Gläubige aber feiern am zweiten Donnerstag nach Pfingsten das "Hochfest des Leibes und Blutes Christi".

In einer prunkvollen Prozession nach der Heiligen Messe ziehen die Katholiken durch die geschmückten Straßen, beten, singen und versinnbildlichen gelebtes Christentum. Manche sprechen von einer "Glaubensdemonstration". Im Mittelpunkt der kirchlichen Feier steht die Eucharistie: Jesus wird gegenwärtig in Form der Hostie, des Allerheiligsfen.

Der Name Fronleichnam stammt aus dem Mittelhochdeutschen. Er setzt sich zusammen aus "vron" (Herr) und "lichnam" (lebendiger Leib). In Altbayern wird das Kirchenfest auch Prangertag genannt. Darin steckt das Verb "prangen", was so viel heißt wie "in auffälliger Weise sichtbar sein". So wird auch der Laie in Sachen kirchliche Feiertage mitbekommen haben, dass heute ein besonderer Tag ist. Er braucht nur durch die Straßen eines Dorfes spazieren: Ihm werden die Birkenbäume auffallen, die den Weg säumen. Er wird auch die roten Tücher nicht übersehen, die aus den Fenstern hängen, die Fahnen, Girlanden, Blumenteppiche. Auf dem Land sowie in der Stadt ist die Prozession nach der Heiligen Messe ein gesellschaftliches Ereignis.

Neben den Geistlichen, Messdienern und Bürgern versammeln sich Vereine, Böllerschützen, soziale Verbände, Bläsergruppen und viele mehr, um singend und betend durch die geschmückten Straßen zu ziehen. Der Pfarrer geht meistens in der Mitte des Fronleichnamszugs. Er trägt die Monstranz, ein vergoldetes, manchmal mit Edelsteinen verziertes liturgisches Schaugerät. Darin ist der Leib Christi in Form einer Hostie zu sehen. Häufig überspannt ein Baldachin, auch "Tragehimmel" genannt, die Monstranz mitsamt Pfarrer. Ministranten folgen mit Weihrauchfass und -Schiffchen, Altarschellen und Leuchter oder Fackeln.

Das Gefolge steuert vier im Freien aufgebaute Altäre an - für die einen symbolisieren diese die Evangelien, für die anderen die Himmelsrichtungen. Dort werden Abschnitte aus Evangelien und Fürbitten verlesen. Der Pfarrer spricht den eucharistischen Segen. Die Böllerschützen zünden die mit Schwarzpulver gefüllten Kanonen und lassen es knallen.

Fronleichnam ist der heiligen Juliana von Lüttich zu verdanken. Eines Nachts im Jahr 1209 blickte die Augustinernonne hinauf in einen funkelnden Sternenhimmel. Dabei fiel ihr auf, dass der Mond einen schwarzen Fleck trug. Jesus offenbarte ihr daraufhin: Der Mond symbolisiert das Kirchenjahr, der Fleck steht für ein fehlendes Fest zur Verehrung des Altarsakraments, der Eucharistie. Soweit die Geschichte.

Die Nonne nahm sich diese Botschaft zu Herzen. Auf Julianas Einwirken hin wurde Fronleichnam 1246 im Bistum Lüttich eingeführt. Papst Urban IV., ehemaliger Lütticher Erzdiakon, erklärte die Feier 1264 zum offiziellen kirchlichen Hochfest der abendländischen Kirche. Die erste Prozession in Bayern fand im Jahr 1273 in Benediktbeuern statt.

Während der Reformation im Mittelalter kam es zu Sticheleien zwischen Protestanten und Katholiken. Auslöser war Martin Luther. Der Theologe fand für Fronleichnam nämlich keine entsprechende Stelle in der Bibel. Luther ging sogar so weit, Fronleichnam das "allerschädlichste Jahresfest" zu nennen. Nach seiner Auffassung ließe sich die Gegenwart Jesu nicht in Substanzen wie Brot und Wein festhalten - in den Augen Luthers Gotteslästerung. Der Streit zwischen Katholiken und Protestanten soll so weit gegangen sein, dass protestantische Bauern ihren stinkenden Kuhmist genau an Fronleichnam auf die Felder gestreut haben.

Doch mit den Jahrhunderten ist der konfessionelle Streit um das Hochfest einem toleranteren Umgang gewichen. Heutzutage kommt es vor, dass sich evangelische Gläubige während der Prozession unter die Katholiken mischen oder den Zug interessiert vom Straßenrand aus mitverfolgen.

Fronleichnam ist nicht überall gesetzlicher Feiertag. In der Schweiz und in Deutschland ist die Regelung regional verschieden. In Deutschland ist das Hochfest ein Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. In Sachsen und Thüringen nur in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung. Fronleichnam wird auch im Ausland gefeiert. Ein gesetzlicher Feiertag ist er * beispielsweise in lateinamerikanischen Ländern wie Brasilien, Bolivien und Kolumbien, sowie in der Karibik auf der Dominikanischen Republik und auf den Inseln Trinidad und Tobago.

Herz-Jesu

Die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu ist eine Ausdrucksform der katholischen Spiritualität. Dabei wird Jesus Christus unter dem Gesichtspunkt seiner durch sein Herz symbolisierten Liebe verehrt. Grundtext aus dem Evangelium ist (Joh 19,34 EU) bzw. (Joh 7,37?f. EU): das durchbohrte Herz des Gekreuzigten als Quelle der Sakramente der Kirche. In der Präfation des Hochfestes vom Heiligsten Herzen Jesu heißt es:
'Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles.'

Mariä Aufnahme in den Himmel

Oder auch Mariä Himmelfahrt. Auch wenn umgangssprachlich im Deutschen der Ausdruck Mariä Himmelfahrt geläufig ist, ist die Aufnahme Mariens in den Himmel theologisch von der Himmelfahrt Christi zu unterscheiden. In vielen Sprachen werden daher zwei verschiedene Bezeichnungen benutzt, etwa im Lateinischen: Ascensio Christi (Auffahrt Christi in den Himmel), aber Assumptio Mariae (Aufnahme Mariens in den Himmel).

Kirchweih

Die Kirchweih bzw. das Kirchweihfest wird seit dem Mittelalter als religiöses Fest anlässlich der Kirchweihe eines christlichen Kirchengebäudes gefeiert. Sie hat den Rang eines Hochfests. Heute spielt der religiöse Kontext meist eine untergeordnete Rolle.

Erntedank

Erster Sonntag im Oktober.

Fest und Feier zu Erntedank haben zwei verwandte Quellen: Solange sich der Mensch als Teil einer göttlichen Schöpfung begreift, wird er Teile dieser Schöpfung wie z. B. seine Nahrung aus Ackerbau und Viehzucht auf Gott zurückführen und sich zu Dank verpflichtet wissen. Dies gilt vor allem dann, und dies ist die zweite Quelle, wenn sich der Mensch als abhängig vom Naturkreislauf erfährt, in den die Nahrungsgewinnung eingebunden ist. Der Abschluss der Ernte bot darum immer Anlass zu Dank und Feier. Wer schöpft schließlich nicht gerne aus dem vollen?

Allen Religionen ist eigen, dass sie "die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit", wie es in jeder Eucharistiefeier heißt, als Gottesgeschenk betrachten, so auch im Judentum. Im Buch Genesis wird berichtet, dass Kain ein Opfer von den Früchten des Feldes und Abel ein Opfer von den Erstlingen seiner Herde brachte. Im späteren Judentum gab es zwei Erntefeste: das Pfingstfest als Getreide-Erntefest und das Laubhüttenfest als Wein- und Gesamt-Erntedankfest.

In der Katholischen Kirche ist ein Erntedankfest seit dem 3. Jahrhundert belegt, allerdings fehlt ein weltweit verbreiteter einheitlicher Festtermin. Ihn kann es nicht geben, weil der Festzeitpunkt je nach Klimazone unterschiedlich fällt. In Deutschland ist der erste Sonntag im Oktober erst 1972 von der Bischofskonferenz festgelegt worden. Die Gemeinden sind aber nicht verpflichtet, dieses Fest auch zu feiern. In evangelischen Gemeinden ist der Michaelstag (29. September) oder einer der benachbarten Sonntage Festtag.

Heutzutage ist die kirchliche Erntedankfeier in den Gottesdienst integriert. Erntegaben schmücken den Altar oder werden im Gottesdienst zum Altar gebracht. In vielen Gemeinden ist dieser Gottesdienst auch mit einer Solidaritätsaktion zugunsten hungernder Menschen verbunden.

Reformationstag

Der Reformationstag wird von evangelischen Christen in Deutschland am 31. Oktober im Gedenken an die Reformation der Kirche durch Martin Luther gefeiert. In der Schweiz gilt der erste Sonntag im November als Reformationstag, steht also, trotz des reformierten Bekenntnisses, ebenfalls in Beziehung zur Reformation in Wittenberg.

Allerheiligen

Während des ganzen Jahres feiert die Kirche die Gedenktage der Heiligen.

Am Hochfest Allerheiligen (1. November) machen wir uns bewusst, dass wir mit den heiliggesprochenen und den namenlosen Heiligen zur großen Schar der Kinder Gottes gehören dürfen. Sie haben ihren Lebenslauf schon vollendet und sind uns auf ihre Weise ein Vorbild im Glauben. Mehr als über ihre großen Werke dürfen wir über die Liebe Gottes staunen, die die Heiligen zu diesen Werken befähigt und bestärkt hat. Allerheiligen ist einem Erntefest vergleichbar, bei dem eine große Ernte eingebracht wird.

Während das Allerheiligenfest einen strahlenden Charakter hat, ist der Gedenktag Allerseelen (2. November) stimmungsmäßig eher zurückhaltend. Im Blick stehen alle, die uns vorausgegangen sind und für die wir hoffen, dass auch sie in der Barmherzigkeit Gottes geborgen sind. An den ersten beiden Novembertagen wird der Brauch des Friedhofsbesuch und der Gräbersegnung gepflegt.

Buß und Bettag

Der Buß- und Bettag in Deutschland ist ein Feiertag der evangelischen Kirche, der auf Notzeiten zurückgeht. Er wurde im Lauf der Geschichte für besondere Anliegen angesetzt, aber oft nicht am selben Datum. Im 20. Jahrhundert wurde er wie auch heute meist am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag, dem letzten Sonntag des evangelischen Kirchenjahres, begangen, also elf Tage vor dem ersten Adventssonntag bzw. am Mittwoch vor dem 23. November.

Christkönig

Jesus Christus ist letztlich das Zentrum aller kirchlichen Feste. Auch die Gedenktage der Heiligen sind in gewisser Weise Veranschaulichung persönlich gelebter Nachfolge Christi. Sogar die Marienfeste weisen in ihrem Kern auch immer auf den Erlöser Jesus Christus hin.

Es gibt im Lauf des Kirchenjahres die sogenannten Herrenfeste, zu denen Darstellung des Herrn zählt, der Dreifaltigkeitssonntag, das Fronleichnams-Fest und der Christ-Königs-Sonntag. An diesem Sonntag, dem letzten im Kirchenjahr, bekennen wir uns zu Christus, unserem König.

Totensonntag

Der Ewigkeitssonntag oder Totensonntag ist in den evangelischen Kirchen in Deutschland und der Schweiz ein Gedenktag für die Verstorbenen. Er ist der letzte Sonntag vor dem ersten Adventssonntag und damit der letzte Sonntag des Kirchenjahres. Er kann (aufgrund der fixen Lage des vierten Adventssonntages vor dem 25. Dezember) nur auf Termine vom 20. bis zum 26. November fallen.

Diese Texte stammen zum größten Teil -in teils abgeänderter Form- aus St-Martin-Nottuln, Weltgebetstag, Praxis-Gottesdienst Lexikon, Festjahr, Wikipedia und LZ