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last update: 2019-03-01

DIE HAUSKAPELLE ST. WOLFGANG IM ALTENHEIM

In dem 1995 von der Caritas erbauten Alten- und Pflegeheim St. Wolfgang ist im dritten Obergeschoss eine Hauskapelle eingebaut. Die Raumkonstruktion folgt der Dachneigung und ist somit sowohl funktional richtig als auch sehr schön gestaltet durch die sichtbaren Sparren, seitlichen Dreiecksgiebelfenster und zwei Oberlichten über dem kleinen ausgestellten Altarraum. Über dem Juramarmorboden der ganzen Kapelle ist der Altarstipes, der Pfeiler für den Tabernakel und die Stele für die Marienfigur aus rotem Veroneser Marmor aufgerichtet, so dass hier edle Materialien zusammenkommen.

In Bronze gestaltet ist der Tabernakel und das dreiteilige Altarretabel in Art eines Tryptichons mit der Darstellung Jesu am Kreuze in der Mitte, oben durch einen stegartigen Lichtdurchbruch hinweisend auf die Auferstehung, was auch in den zum Himmel strebenden feinen Relieflinien der Bronzeplatten angedeutet wird, die aus der Tiefe in einzelnen Abschnitten bis zum Kopf Christi aufsteigen und dann gleichsam mit geöffneten Handbewegungen nach oben drängen. Zur rechten Seite des Gekreuzigten, also im Blick von der Kapelle aus links, steht die trauernde Maria mit einem intensiven Aufblick. Der Lichtschein der Oberlichte trifft ihr Antlitz ebenso wie das Antlitz des gegenüberstehenden Lieblingsjüngers Johannes. Christus hat noch am Kreuz sterbend Zuneigung und Liebe gestiftet: „Frau, siehe da deinen Sohn" und „Johannes, nimm sie an wie deine Mutter".

Maria mit dem segnenden Jesukind
Christus am Kreuz mit Maria und Jobannes.

Die Außentafeln zeigen links den Patron St. Wolfgang als Bischof mit einem Kirchenmodell und auf der gegenüberliegenden Seite das Emmausmahl, womit zu dem darunter stehenden Tabernakel übergeleitet wird. Auch der Ambo mit den Initialen von Alpha und Omega ist für die Verkündigung des Evangeliums schlicht gestaltet. Gegenüber steht eine Marienfigur mit dem segnenden Jesukind. Die künstlerische Ausstattung aller Objekte wurde von Alfred Böschl in zeitgenössischen Formen sehr ansprechend und ausdrucksstark gestaltet.

Ein kleines Orgelwerk steht rückwärts und hat einen originellen spitzen Dreiecksumriss. Die am 20. September 1997 vom Weihbischof Wilhelm Schraml benedizierte Kapelle wird also sowohl der neuen liturgischen Form des Mahles unter dem Erlösungskreuz gerecht, als es auch eine sehr heimelige und schlichte Atmosphäre ergibt. Zur Darstellung des Gekreuzigten „als der erhöhte Herr" im Mittelbild schreibt Msgr. Bernhard Piendl: „Christus ist der Sieger über den Tod. Der Weg zur Auferstehung und zum 'Leben in Fülle' (Joh. 10, 10) steht offen..."



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