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Pfarrjugendheim Essenbach

Einiges zur Chronologie und zum Neubau des Pfarrjugendheimes.

Der 1. Spatenstich des Pfarr- und Jugendheimes in Essenbach fand am 1993-10-09 statt.

Das Richtfest wurde am 1994-03-17 gefeiert.

Das Pfarr- und Jugendheim wurde am 1994-11-06 von Weihbischof Wilhelm Schraml eingeweiht.


Die Einweihung des Pfarr- und Jugendheimes.

Aus der Festschrift
zur Einweihung der Orgel
und zur Segnung des Pfarr- und Jugendheimes
im November 1994

Pfarr- und Jugendheim Essenbach
eine Chronologie von Pfarrer Stefan Heindl

Ein Pfarrheim dient der außerkirchlichen Seelsorge einer Pfarrei.

Jugendgruppen, Ministranten, Frauenbund, Erstkommunion und Firmvorbereitung, Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltungen, Kirchenchor, Elternversammlungen, seit einiger Zeit Krabbelgruppen, Eltern-Kindgruppen, Senioren, Ambulante Krankenpflege (z. B. Schulungen) benötigen Räume für ihre umfangreiche und abwechslungsreiche Arbeit. Dabei ist noch nicht erwähnt, wie in anderen Pfarreien darüber hinaus die Pfarrheime noch genutzt werden.

Bevor das Pfarrheim überhaupt realisiert werden konnte.

Heute erzählen mir Männer, die in den sechziger Jahren in der Landjugendarbeit aktiv waren, dass sie schon damals nach einem Gruppenraum Ausschau hielten. Deshalb wurden bereits in den Jahren 1973 bis 1975 Überlegungen angestellt, zum Bau eines Pfarrheimes. Damals wurde ein Plan beim Bisch. Ordinariat vorgelegt, der die Erstellung eines Kindergartens und einer Kegelbahn in Zusammenhang mit einem Pfarrheim auf dem Gelände der Ambulanten Krankenpflege in der Osterangerstraße vorsah.

Dieser Plan wurde vom Ordinariat nicht genehmigt. Als Provisorium wurden für Sitzungen und Jugendzusammenkünfte vom damaligen Pfarrer die Räume im Pfarrhof über dem jetztigen Büro (damals war es noch eine Garage!) zur Verfügung gestellt. Allerdings war das Zimmer mit nur 35 Quadratmetern viel zu klein. Bis 1976 wurden viel Geld und Eigenleistung auf den Erhalt und den Ausbau der Klause von St. Wolfgang verwandt. 1976 war Pfarrerwechsel: H.H. Pfr. Heinrich Wachter wurde Stadtpfarrer in Straubing, St. Jakob, Stefan Heindl, vorher Kaplan in Landshut, St. Nikola, kam nach Essenbach.

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Die Prioritäten stehen (noch) verkehrt.

Zunächst mussten die Schulden der Kirchturmrenovierung, der Pfarrkirche und der Ausbau von St. Wolfgang abbezahlt werden. In St. Wolfgang mussten dann noch die Wände verkleidet, die Kücheneinrichtung und die Ausstattung des Kaminraumes finanziert werden.

Auch in den folgenden Jahren war nicht an die Errichtung eines Pfarrheimes zu denken, da vor allem kein Baugrund vorhanden war bzw. keiner zur Verfügung gestellt wurde. Es gab in Essenbach auch genügend Räume in den Gasthäusern, wo größere Versammlungen abgehalten werden konnten. Doch es zeigte sich, dass die Zusammenarbeit nicht immer einfach war. Die Räume der Volksschule wurden der Pfarrei dankenswerterweise für zahlreiche Versammlungen zur Verfügung gestellt.

Außerdem mussten alle Kirchen der Pfarrei renoviert werden.

Als schließlich bei der Firmung in Essenbach am 28. April 1990 durch H.H. Diözesanbischof Manfred Müller auf Anfrage des damaligen Bürgermeisters Josef Neumeier der Errichtung eines Altenheimes grundsätzlich zugestimmt wurde, kam auch das Gelände der Ambulanten Krankenpflege in der Osterangerstraße nicht mehr in Frage. Denn dort sollte ja dieses Altenheim erstellt werden.

Das Pfarrheim wird langsam aber sicher 'wahr'.

Etwa zu diesem Zeitpunkt wurde im Rahmen der Städtebausanierung von einem Abbruch des alten Raiffeisen-Gebäudes und des Silos in der Schulstraße gegenüber des Pfarrhofes gesprochen. Es wurde damals bereits ein Plan vorgelegt, wie man dann ein künftiges Pfarrheim auf diesem Platz bauen könnte. Da sich der Bau eines neuen Silos für Raiffeisen immer wieder verzögerte, wurde auch so schnell keine Planung für ein Pfarrheim an dieser Stelle durchgeführt. Im Sommer 1991 meinte der damalige Bürgermeister Neumeier, man solle das Gelände in der Friedhofstraße nehmen. Es wurde H. Architekt Michael Forsthofer beauftragt, Pläne auszuarbeiten. H. Forsthofer war zu dieser Zeit daran, auch ein neues Pfarrheim in Ahrain zu planen.

Im November 1991 wurde schließlich ein neuer Bürgermeister, Fritz Wittmann, gewählt. Josef Neumeier wurde Landrat. Im Mai 1991 wurde der KV-Beschluss zur Erstellung eines Pfarrheimes an die Bisch. Finanzkammer in Regensburg eingereicht. In einigen Gesprächen mit Bürgermeister, Pfarrer und Architekten einigte man sich schließlich doch wieder, dass das ehemalige Raiffeisengelände der bessere Platz für ein Pfarrheim sei. Im Frühjahr 1992 kam die Zusage, dass die Gebäude noch im Laufe des Jahres 92 abgebrochen werden sollten. Allerdings stand der genaue Zeitpunkt noch nicht fest.

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Die konkrete Planung

Ab diesem Zeitpunkt wurde konkret mit der Planung des Pfarrheimes begonnen. Von Januar bis Mai 1992 wurde dann mit dem Bisch. Baureferat verhandelt. Juni 1992: eine entscheidende Sitzung der Kirchenverwaltung.

Einige Mitglieder der KV legten einen eigenen Plan vor, der vorsah, dass das Pfarrheim nicht auf die Grenze (zum Anwesen Georg Fleischmann) des Geländes gebaut, sondern, dass es mehr in die Mitte des Platzes gerückt werden solle. Das hätte eine Verlegung der Straße direkt an die Grenze zur Folge gehabt. Es hätte auch der Kanal usw. verlegt werden müssen.

Zwischen Pfarrhof und Heim wäre ein kleiner Hof oder Garten entstanden. Mittwoch, 15. Juli: Gespräch mit Architekt Herr und Vertretern der Gemeinde Essenbach. Die Gemeinde und auch H. Herr, als Planer der Städtebauförderung, lehnten die Verlegung der Straße ohne lange Diskussion ab.

Montag, 20. Juli: Sitzung von KV und PGR:
Alle Gründe werden abgewogen. Vier von den sechs Mitgliedern der KV waren eigentlich nicht von ihrer Idee abzubringen, das Heim in die „Mitte” (siehe auch Bericht v. H. Architekt Herr) zu bauen. Am Ende der Sitzung allerdings gaben sie „schweren Herzens” ihre Zustimmung. Drei Mitglieder der Kirchenverwaltung schieden dann doch in dieser so wichtigen Zeit aus der Arbeit aus. H. Architekt Michael Forsthof er überließ die Planungsarbeit dem Architekturbüro Herr aus Straubing.

Dienstag, 22. September: Die Kirchenverwaltung musste umgebildet werden. Neuer Kirchenpfleger: Ludwig Schmidbauer, neue Mitglieder aus der Liste der Ersatzleute: Groll Johann, Franz X. Maier Beschluss: Bau des Pfarrheimes als Grenzbau (Beschluss mit einer Enthaltung). Nun wurde endgültig mit der konkreten Planung begonnen.

Die Mitglieder der KV besichtigten ca. acht Pfarrheime, von Binabiburg bis Burglengenfeld. Montag, 21. Dezember: KV-Sitzung Der Planvorschlag von Architekt Herr wurde durchdiskutiert. Alle konnten ihre Vorschläge neu einbringen. H. Herr sammelte alle Anregungen.

Die Pläne sind im Entstehen.

In der nächsten Sitzung Anfang 93 lagen die neuen Pläne bereits vor. Diese wichtige Sitzung verlief sehr harmonisch, da jeder seine Meinung vorbringen konnte und auch vorbrachte - mit Rücksicht auf die Meinungen der anderen. Von Januar bis März 1993 konnte jetzt über die konkreten Pläne mit dem Bisch. Baureferat verhandelt werden - natürlich auch über die Kosten und den entsprechenden Zuschuss der Diözese. Vor allem war der Ausbau des Kellers ein zweimonatelanger Diskussionspunkt. Die KV war der Meinung, es wäre unrentabel, wenn man die vorhandene Baugrube einfach zufüllen würde.

Das Baureferat wies darauf hin, dass damit mehr an umbautem Raum zu erstellen sei. Schließlich wurde auch dies genehmigt, allerdings mit der Einschränkung, dass der sozusagen „überzählige” Kellerausbau nicht bezuschusst würde. Die Gesamtbausumme wurde von der Bisch. Finanzkammer auf 1,73 Millionen DM festgesetzt und zur Hälfte aus Mitteln der Kirchensteuer bezuschusst. Zusätzlich wurden uns von der politischen Gemeinde 20 Prozent (ca. 340 000 DM) der realen Baukosten zugesagt.

Die restlichen 30 Prozent (mehr als 500 000 DM) müssen aus Spenden, Eigenleistungen und Eigenkapital finanziert werden. Anfang April konnte der Plan bei der Gemeinde und später beim Landratsamt Landshut eingereicht werden.

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Die Pläne legen vor, es kann gebaut werden.

Im Pfarrbrief zum Patrozinium der Pfarrei - Maria Himmelfahrt - am 15. August 93 wurde der Plan veröffentlicht, damit sich jeder Pfarrangehörige informieren konnte. Anfang September wurden die Arbeiten für den Rohbau an die Fa. Paul Meister, Ergoldsbach, vergeben. Die Bauarbeiten begannen am 4. Oktober, der Spatenstich erfolgte am 9. Oktober 1993.

Leider regnete es gerade zu diesem Zeitpunkt sehr stark, so dass die Erstellung der Kellersohle nur langsam vorankam. Das erfreulich milde Winterwetter im Januar und Februar 1994 ermöglichte ein zügiges Weiterbauen, so dass das Richtfest nach 84 Arbeitstagen am 17. März gefeiert werden konnte. Eine Gruppe von Männern unter Leitung von H. Gerhard Gahr übernahm die Dachdeckerarbeiten in Eigenleistung. Dafür haben wir herzlich zu danken.

Unser besonderer Dank

gilt aber vor allem unserem Kirchenpfleger, H. Ludwig Schmidbauer, der sich als großer Fachmann im Bauwesen und in der Organisation erwies und eigentlich rund um die Uhr auf der Baustelle anzutreffen war. Er und seine Helfer haben ebenfalls viele Stunden an Eigenleistung erbracht. Dank gilt auch H. Michael Forsthofer als Mitglied der Kirchenverwaltung und bauaufsichtführendem Architekten. Dank gilt natürlich unseren Gremien wie Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat sowie dem Bauausschuss.

Weiterhin danken wir dem Architektenbüro Herr, besonders den Herren Herr und Bast aus Straubing, allen Projektanten und allen Baufirmen. Alle Handwerker haben fleißig gearbeitet und versuchten, ihr Bestes zu geben. Unser Frauenbund hat sich besonders um die Küche angenommen und dafür eine beachtliche Summe (10 000 DM) aufgebracht. Außerdem kümmerten sich unsere Frauen um die Grundreinigung und werden, so hoffen wir, dies auch weiterhin tun.

Ein Wort an unsere Spenderinnen:

Eine solche Jahrhundertleistung wäre undenkbar ohne die finanzielle Unterstützung zahlreicher Gemeindemitglieder und auch von Vereinen (Sportverein, Theatergruppe, Senioren). Für jegliche Hilfe und finanzielle Unterstützung - vom Pfennig bis zu 10.000 DM - auch von privat - sagen wir ein herzliches Vergelt's Gott. Ein großer Dank gebührt auch unserem Nachbarn H. Georg Fleischmann, der mit einer Grenzbebauung einverstanden war. Ebenfalls danken wir unserer politischen Gemeinde dafür, dass sie den Grundstückstausch genehmigte und den Bau - wie bereits ausgeführt - bezuschusst.

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Neubau eines Pfarr- und Jugendheimes in Essenbach:
Architekturbüro Herr

Planungsgeschichte:

Die von der Gemeinde und der Regierung finanzierte städtebauliche Rahmenplanung schlug für das künftige Pfarrheim Essenbach einen neuen Standort an der Ahrainer Straße vor. Dies war möglich geworden durch die Aussiedlung des Raiffeisen-Lagerhauses. Der neue Standort war umstritten.

Im März 92 wurde mit Alternativplanungen geprüft, ob auf dem freigewordenen Raiffeisengrundstück das Pfarrheim untergebracht werden könne oder nicht. Nachdem die Verlegung des Pfarrheimes auf das ehemalige Raiffeisengelände beschlossen war, wurden für den neuen Standort wiederum Alternativplanungen untersucht. Nach heftigen Diskussionen entschied man sich unter Einschaltung des Nachbarn für eine Grenzbebauung und für die Beibehaltung der Trasse Schulstraße. Die Variante: Verschiebung der Schulstraße nach Westen und Anordnung des Pfarrheimes unmittelbar gegenüber dem Pfarrhof, nur nah voneinander getrennt durch eine verkehrsfreie Hoffläche, konnte aus finanziellen Gründen und wegen der fehlenden Zustimmung seitens des Gemeinderates nicht realisiert werden.

Im Spätherbst 92 wurde nach Klärung der Standortfrage (einige Kirchenverwaltungsmitglieder schieden wegen kontroverser Ansichten bezüglich der Standortfrage aus), der Entwurf bearbeitet. Im November 92 fand eine Besichtigung mehrerer Pfarrheime statt, um die eigenen Überlegungen zu prüfen. Der daraufhin erarbeitete Entwurf musste wiederum gegenüber dem Diözesanbauamt durchgesetzt werden.

Zum einen war die wegen der vorhandenen Baugrube Raiffeisen naheliegende Vollunterkellerung nicht förderfähig, zum anderen bestanden Differenzen wegen der Grundrissgestaltung. Nach intensiven Verhandlungen stimmte Regensburg der Unterkellerung zu, genauso wie dem Grundriss, der einige Abweichungen vom üblichen Schema beinhaltete.

So wurde für Jugendräume ein eigener Außenzugang geschaffen, die Saalerweiterung bezog einen weiteren Gruppenraum und nicht das Foyer mit ein, statt 3 kleinerer wurden 2 große Gruppenräume ausgewiesen. Der Eingabeplan vom 31.3.93 musste, als vorgenannte Wünsche in Abstimmung mit dem Bauamt Regensburg geklärt waren, tektiert werden. Dies geschah am 5.7.93.

Danach erfolgten die Ausschreibungen, sodass schließlich noch im Sept. 93 mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte. Gut ein Jahr später am 6.11.94 wird so Gott will, die Einweihung stattfinden.

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Der Entwurf:

Die einfache und klare, rechteckige Hausform stellt nicht nur den Bezug zum gegenüberliegenden Pfarrhof her, sondern spiegelt auch die in Essenbach vorherrschende Bauweise wider. Dachneigung und Dachdeckung dienen der Einordnung.

Die Wahl der Baumaterialien richtet sich nach dem Bestand in der Umgebung (Holz für Fenster und Türen, Putz für die Fassade), auch im Inneren herrschen Putz und Holz als Material vor. Der großzügig überdeckte Eingang liegt genau gegenüber dem Kirchenweg.

Jeder der von der Kirche Richtung Schule oder Friedhof geht, wird vom neuen Pfarrheim förmlich aufgenommen. Innen ist der große Pfarrsaal offen bis unters Dach, mit sichtbarer Konstruktion, der wichtigste Raum. Optimal ausgestattet mit Beleuchtung und kleiner Bühne sowie beweglicher Trennwand bietet er Raum für die unterschiedlichsten Veranstaltungen. Der zweite große Raum befindet sich mit einer Treppe erschlossen, über dem Foyer.

Die wichtigen Gruppenräume im Keller werden mit großzügigen Lichtgräben belichtet. Bei der gesamten Konstruktion sowie bei der Ausstattung wurde immer darauf geachtet, dass solide und preiswerte Materialien verwendet wurden.

Zum Schluss

Das Pfarrheim, so wie es jetzt dasteht, ist nicht das Werk eines Einzelnen, sondern ein echtes Gemeinschaftswerk.

Jeder, wirklich jeder, der damit befasst war, hat sein Maß dazu beigetragen.
Jeder, der es besucht, benützt, bewohnt, wahrnimmt, trägt zum Leben der Pfarrgemeinde bei.
dass dies möglichst oft passiert, wünschen alle „Erbauer”.

Das Pfarrheim in Zahlen und Daten:
Nutzflächeca. 663 m2
Umbauter Raum2.611 m3
Geschätzte Baukosten (Kostengr. 3)1.175 Mio DM (brutto)
Geschätzte Gesamtkosten:1.73 Mio DM (brutto)


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